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Klinik für Endokrinologie, Diabetologie & Klinische Ernährung
Diabetesberatung und Ernährungsberatung
Universitätsspital, CH-4031 Basel, Schweiz

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BASEL Manual für Patienten bestellen (Formular) 

Adipositas
Behandlungsprogramm "BASEL"

Informationen für Patientinnen/ Patienten

Das Behandlungsprogramm BASEL zur Therapie von Patientinnen und Patienten mit Adipositas               

(Behandlungsprogramm bei Adipositas den Schwerpunkten Ernährungsverhalten und Lebensstiländerung)

 

Kursbezeichnung

Einführungslektion

Kursbeginn, -zeit

Kurstag

Kurs BASEL 02/10

AF, KH

 

Donnerstag

06.05.2010

 

17.00 – 18.30 h

Donnerstag

03.06.2010

 

17.00 – 18.30 h

Donnerstag

 

Kurs BASEL 03/10

BN, KH

 

Mittwoch

08.09.2010

 

16.30 – 18.00 h

Mittwoch

20.10.2010

 

16.30 – 18.00 h

Mittwoch

Information und Anmeldung zur Einführungslektion:

Telefon: 061 265 77 46 (Telefonbeantworter)
e-Mail:
ernaehrungsberatung(at)uhbs.ch

  • 16 Lektionen à 90 Minuten, in der Regel wöchentlich, gegen Ende des Kurses in etwas grösseren Abständen, zusätzlich 1 Einführungslektion und 1 Nachtreffen (die genauen Termine erhalten Sie in der Einführungslektion, der Wochentag bleibt immer gleich).

  • Die definitive Anmeldung erfolgt nach der Einführungslektion mittels Anmeldetalon.

  • Bei ungenügender Teilnehmerzahl behalten wir uns vor, einen Kurs zu verschieben.

  • Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, erlauben wir uns bei Überschreiten der maximalen Teilnehmerzahl das Datum der ärztlichen Überweisung (Wartezeit) mit zu berücksichtigen.

Ziel des Programms

Das Programm BASEL ist ein kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientiertes Programm für Patienten mit Adipositas. Die Patienten sollen mit Hilfe des Programms lernen, angemessene Ernährungsentscheide zu treffen und durch geänderte Verhaltensweisen in den Bereichen Ernährung und Bewegung einen neuen Lebensstil zu erlangen. Dies geschieht mit dem Ziel, das Körpergewicht schrittweise zu reduzieren und anschliessend stabilisieren zu können.  

 

Grundlagen

Das Programm umfasst ein vollständiges Konzept zur Gewichtsreduktion in der Gruppe, gegliedert in 16+2 Lektionen à je ca. 90 Minuten. Als Grundlage dient ein Patientenordner und ein Therapeutenordner; letzterer enthält zusätzlich zu den jeweils vermittelten Inhalten didaktische Hinweise für das Gestalten der Sitzung.

Bei der Therapie der Adipositas ist neben einer Gewichtsreduktion auch die an­schliessende Gewichtsstabilisierung anzustreben. Dies lässt sich kaum durch vorübergehende Interventionen wie klassische Diätmassnahmen erreichen, sondern verlangt eine langfristige Veränderung der Lebensgewohnheiten. Moderne Programme zur Gewichtskontrolle berücksichtigen deshalb neben der reinen Informationsvermittlung auch kognitiv-verhaltens­therapeutische Ansätze. Mit Hilfe verhaltenstherapeutischer Techniken können die Patienten ungünstige Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten unter Anleitung identifizieren und Veränderungsstrategien suchen. Diese werden dann im Alltag ausprobiert, evaluiert und allenfalls modifiziert. 

Das Konzept BASEL wurde am Universitätsspital Basel unter der Leitung von Prof. Ulrich Keller entwickelt. Es basiert auf einem Behandlungsprogramm aus dem englischsprachigen Raum, wurde aber für mitteleuropäische Verhältnisse adaptiert und weiterentwickelt. Das Programm wurde 1999 im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung an 130 Patientinnen und Patienten mit Adipositas angewendet und evaluiert (Munsch S. et al, Evaluation of a lifestyle change programme for the treatment of obesity in general practice. Swiss Med Wkly 133: 148-154, 2003). Eine zweite Studie, bei der das Programm BASEL ebenfalls angewendet wurde, ist 2006 publiziert worden (Bauer C. et al, Effect of sibutramine and of cognitive-behavioural weight loss therapy in obesity and subclinical binge eating disorder. Diabetes, Obesity and Metabolism 8: 289-295, 2006).

 

Programmschwerpunkte

Langfristige Verhaltensveränderungen verlangen von den Betroffenen einen langen Atem und sind ohne Unterstützung nur schwer zu erreichen. BASEL ist in verschiedene Module gegliedert, die auf dem Weg zu diesem Ziel hilfreich sind:

  • Ernährungsinformationen

  • Essverhalten (problematische Verhaltensmuster)

  • Körperliche Aktivität

  • Kognitive Techniken

  • Rückfallprophylaxe

  • Soziale Kontakte

  • Körperkonzept

In jeder der 16+2 Lektionen werden Themen aus mehreren Modulen besprochen. Die wichtigsten Schwerpunkte sollen hier kurz erläutert werden:

  • Informationsvermittlung zu den Themen Ernährung und Essverhalten: Diese Informationen bilden die Grundlage, um angemessene Ernährungsentscheide treffen zu können sowie Strategien im Umgang mit problematischem Essverhalten anzuwenden. Dabei geht es nicht um eine radikale Ernährungsumstellung, sondern um die schrittweise Annäherung an eine gesunde, fettarme Ernährung; jede Veränderung in die gewünschte Richtung wird als Gewinn bewertet.

  • Körperliche Aktivität: Die Rolle der Bewegung hinsichtlich der Gewichtsreduktion und -stabilisierung wird besprochen, wobei die zahlreichen Vorteile von regelmässiger Bewegung besonders hervorgehoben werden. Ziel ist, die Alltagsbewegung zu steigern und weitere Bewegungsmöglichkeiten zu finden, die für die jeweilige Person geeignet und durchführbar sind. Zudem werden Hindernisse und deren Lösungsmöglichkeiten besprochen sowie Techniken zur Verbesserung des Körper- und Selbstbildes vorgestellt.

  • Rückfallprophylaxe: Ausrutscher sind ein häufiger Grund zum Abbruch von Gewichtsreduktionsversuchen. Die Patienten lernen, Strategien im Umgang mit Ausrutschern und Rückschlägen zu entwickeln. Kontrollverluste unterschiedlichen Ausmasses sollen als Teil von Veränderungsprozessen kennengelernt und akzeptiert werden können. Schwierigkeiten während des Veränderungsprozesses sollen nicht Auslöser für Kontrollaufgabe und Resignation sein, sondern als Signal gewertet werden, die problematische Situation zu analysieren, geeignete Bewältigungsstrategien anzuwenden und Strategien für den Umgang mit zukünftigen Problemen zu entwickeln.

  • Kognitive Techniken: Viele Übergewichtige entwickeln im Laufe ihrer Erfahrungen mit dem Thema Gewichtsreduktion zahlreiche Denkmuster, die sie in ihren Bemühungen stark behindern – auch Behandlungspersonen sind vor diesen Bewertungsfallen nicht gefeit. Dazu gehört beispielsweise das Setzen unrealistischer Ziele („Ich muss mindestens 20kg abnehmen, weniger bringt überhaupt nichts!“), oder das Denken in Schwarz-Weiss-Kategorien („Schon wieder ein Ausrutscher – meine Bemühungen der ganzen Woche sind zunichte!“). Aus diesem Grund wird mit den Patienten geübt, negative Denkmuster zu identifizieren und statt dessen eine konstruktive, problemlösende Einstellung zu entwickeln. 

Bei der Veränderung problematischer Verhaltensweisen spielt die Selbstbeobachtung eine wichtige Rolle. Das Vorgehen im Programm BASEL beruht auf folgender Rückmeldeschlaufe:  

  • Selbstbeobachtung mittels Esstagebuch zuhause

  • Analyse der regelmässig auftretenden problematischen Verhaltensmuster

  • Informationsvermittlung durch das Programm

  • Erarbeiten von Strategien zu Verhaltensänderung (in der Gruppe und individuell) zuhause

  • Transfer in den Alltag: Ausprobieren der Strategien

  • Evaluation in der Gruppe: Welche Strategien klappen, wo gibt’s Hindernisse?

  • Anpassung der Strategien bzw. Entwicklung neuer Strategien

  • Erneuter Transfer in den Alltag und Selbstbeobachtung

Selbstbeobachtung gilt als Grundvoraussetzung zur Änderung von Problemverhalten und ist deshalb eine zentrale Intervention des Programms. Ein erster Schritt in Richtung Veränderung ist bereits getan, wenn ein bestimmtes Verhalten nicht mehr automatisch geschieht und sich dadurch der Aufmerksamkeit und Kontrollmöglichkeit der Betroffenen nicht mehr entzieht. Mit Hilfe der Selbstbeobachtungsprotokolle in Form von Esstagebüchern lassen sich Verhaltensweisen analysieren und die Bedingungen aufspüren, die das problematische Verhalten auslösen oder aufrecht erhalten. Anschliessend können entsprechende Techniken für ein alternatives Verhalten erarbeitet und im Alltag geübt werden.

 

Programmdauer

Der Inhalt des Programms wird in 18 Sitzungen lektionenweise vermittelt. Es wird empfohlen, durchschnittlich drei Sitzungen pro Monat durchzuführen. Auf diese Weise erstreckt sich das gesamte Programm über rund sechs Monate. Eine anschliessende Weiterbetreuung der Patienten in grösseren Zeitabständen zur Vertiefung individueller Schwerpunkte ist sinnvoll, da es sich bei Adipositas um ein chronisches Leiden handelt. Die beiden letzten Lektionen sind deshalb so abgefasst, dass die Patienten langfristig damit weiterarbeiten können.

 

Ablauf

BASEL ist für die Anwendung in Gruppen konzipiert, kann aber in Ausnahmefällen auch im Einzelsetting angewendet werden. Eine Gruppentherapie bietet mehrere Vorteile, da sich die einzelnen Mitglieder gegenseitig unterstützen und ihre Erfahrungen einbringen können, sich in der Regel besser aufgehoben fühlen und sich das Zusammensein mit der Gruppe positiv auf die Motivation auswirkt. Die Gruppen haben eine Grösse von max. 10-12 Patienten.

 
I 13.03.10